Gerne würden wir als Führungskräfte in besonderem Masse wirkungsvoll kommunizieren, doch manchmal heisst es «zurück auf Start». Dann sind wir in eine Kommunikationsfalle geraten. Wir erklären in einem Mitarbeitergespräch erschöpfend etwas, das eigentlich keine Begründung mehr benötigt, z.B. eine zurückliegende Entscheidung, die gemeinsam ausgehandelt und getroffen wurde.
Das alles passiert in Sekundenbruchteilen:
- Eine möglicherweise absichtslose Bemerkung trifft uns, weil wir uns missverstanden fühlen.
- Schon sind wir mitten in der Rechtfertigung. Wir erklären, appellieren ans Gegenüber. Und erreichen uns nicht mehr.
Was hilft in solchen Momenten?
- Die eigene Irritation wahrnehmen – und aushalten.
Wie? Indem wir bewusst pausieren und schweigen. Damit verlangsamen wir die Kommunikation und gewinnen den nötigen Raum, wieder absichtsvoll agieren zu können. - Die Situation klären und den Ball zurückspielen.
Wie? Wir fragen nach, um besser zu verstehen («Was meinen Sie mit …?» «Wie hätten Sie das machen wollen?»). Wir spiegeln Widersprüchliches («Ich höre: Sie sind zufrieden. Gleichzeitig wäre Ihnen etwas anderes lieber. Wie passt das zusammen?»). Schliesslich hilft wohldosierter Humor, wenn es Beziehung und Kontext tragen («Ich dachte, wir hätten das gemeinsam vereinbart, war mein Doppelgänger im Gespräch?»).
Wichtig ist, sich nicht mehr in die Rechtfertigungsspirale ziehen zu lassen. Wir dürfen Gesagtes auch stehen lassen. Rechtfertigungen ändern schliesslich selten ein Verhalten oder eine Meinung. Gute Fragen dagegen schon.
Welche Frage hilft Ihnen am meisten, nicht in den Rechtfertigungsmodus zu rutschen?